Handschriftenfragmente der Studienbibliothek Dillingen
Die Studienbibliothek Dillingen besitzt insgesamt 488 Handschriften in lateinischer und deutscher Sprache, davon 94 mittelalterliche, die beiden frühesten aus dem 12. Jahrhundert. Hinzu kommt das einzige aus dem deutschen Sprachraum überlieferte Rechnungsbuch eines Druckers aus dem 15. Jahrhundert, nämlich das des Peter Drach (XV 488).
Bedeutend ist die Sammlung von 28 Fragmenten, die aus Inkunabeln und alten Drucken der Dillinger Bibliothek abgelöst worden sind. Von diesen stammen 13 aus dem 8. und 9. Jahrhundert, darunter ein neuentdecktes aus einer Handschrift mit medizinischen Texten (XV Fragm. 24a). Für die Germanistik von Interesse sind ein Fragment der Altalemannischen Psalmenübersetzung (XV Fragm. 3), ein Blatt aus der Jenaer Liederhandschrift mit Strophen aus dem Wartburgkrieg (XV Fragm. 19), Bruckstücke aus dem Willehalm Wolframs von Eschenbach (XV Fragm. 23) und dem Tristan Gottfrieds von Straßburg (XV Fragm. 25).
Unter den Digitalisaten befindet sich auch Fragmente eines allegorischen Gedichts auf Kaiser Ludwig den Bayern (reg. 1314-1347), die heute die Bayerische Staatsbibliothek unter der Signatur Cgm 5153 g verwahrt. Diese Fragmente stammen ebenfalls aus Dillingen und kamen 1920 und 1976 in den Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek.
Literatur und Quellen
Angaben zum Projekt
Die Digitalisierung der Handschriftenfragmente ist ein Kooperationsprojekt der Studienbibliothek Dillingen und des Münchener Digitalisierungszentrums.
Das Projekt ist seit November 2006 online.
Zuletzt aktualisiert: 09. März 2012
